Nicht-loslassen.de - Hintergrund

Sichern

Richtiges Sichern ist das "A und O" beim Klettern! Wer schlecht klettert, blamiert sich schlimmstenfalls vor seinen Kumpeln. Wer jedoch schlecht oder falsch sichert, bringt seinen Kletterer und sich in ernste Gefahr!
Aus diesem Grund steht das "Sichern" bei "nicht-loslassen.de" an erster Stelle.

Die folgenden Erklärungen können keinen Sicherungskurs durch geschulte Trainer ersetzen. Sie sollen lediglich einen Überblick verschaffen, welche Möglichkeiten des Sicherns es gibt, wo eventuelle Vor- und Nachteile der einzelnen Techniken und Geräte liegen und worauf besonders zu achten ist.

Bevor man eine Sicherungstechnik anwendet sollte man sie unbedingt zuvor unter der Anleitung von Profis ausreichend geübt haben! Die meisten schweren Unfälle beim Klettern passieren durch Fehler beim Sichern!!! Das beste ist, man besucht einen Sicherungskurs in einer der mittlerweile zahlreichen Kletterhallen.

Klettergurt anlegen

Klettergurt

Beim Sportklettern wird normalerweise ein Hüftgurt verwendet. Brustgurte sind meist hinderlich, sollten jedoch wegen des höher liegenden Körperschwerpunktes bei Kindern verwendet werden. Der Brustgurt verhindert durch den höheren Anseilpunkt, daß die Kinder sich über Kopf drehen.
Der Hüftgurt muß sowohl beim Kletterer, als auch beim Sicherer korrekt angelegt, verschlossen und auf den jeweiligen Hüftumfang eingestellt sein.
(Immer die Gebrauchsanleitung des verwendeten Gurtes beachten!)

Anseilknoten

Achter contra Bulin

In der Praxis haben sich zwei Anseilknoten bewährt: der Achter und der Doppelte Bulin. Richtig gebunden sind beide Knoten absolut sicher, haben jedoch individuelle Vor- und Nachteile, auf die wir nochmal gesondert eingehen. Um Fehler zu vermeiden ist es sinnvoll, sich immer mit dem gleichen Knoten anzuseilen. Man sollte jedoch von beiden Knoten wissen wie sie aussehen, um sie beim Partnercheck kontrollieren zu können.
In einigen Kletterhallen ist auch das Einbinden mit Karabinern in bereits vorhandene Achter-Schlaufen gebräuchlich. Hierbei ist jedoch zu beachten, daß sich einige Karabiner (insbesondere Schraubkarabiner) durch die Bewegungen von Kletterer und Seil wieder öffnen können. Hierbei ist es schon zu schweren Unfällen gekommen! Zur Sicherheit sollten zwei gegenläufige Karabiner verwendet werden.

Klettergurt

Je nach Modell des Gurtes kann das Seil entweder in den Sicherungsring oder in Bauchgurtöse und Beinschlaufensteg eingebunden werden. Das Auge im Anseilpunkt sollte klein gehalten und der Knoten festgezogen werden, damit er sich nicht von selbst lösen kann. Der Seilüberstand sollte 1 bis 2 "Handbreiten" betragen.

Achtung: Materialschlaufen halten nicht!!!

Die Beschreibungen zu Achter und Bulin sind noch in Arbeit.

Sicherungsgeräte

Sicherungsgeräte

Bei den Sicherungsgeräten ist die Auswahl um einiges größer als bei den Anseilknoten. Für welches Sicherungsgerät man sich entscheidet ist auch hier zu einem Großteil Geschmackssache. Selbstverständlich ist die Bedienungsanleitung des jeweiligen Gerätes zu beachten. Außerdem sollten Funktion und Handhabung vor der ersten Benutzung unter Anleitung von "Profis" zu geübt werden.

Ausführliche Beschreibungen der einzelnen Sicherungsgeräte sind noch in Arbeit.

Nach dem Einlegen des Seils in das Sicherungsgerät ist nochmal zu kontrollieren ob man alles richtig gemacht und nichts vergessen hat.

Seilende absichern

abgesichertes Seilende

Um Ablassunfälle zu vermeiden muß das lose Seilende immer abgesichert werden. Hierzu kann ein Achter in das Seilende gemacht werden oder Ihr knotet es einfach am Seilsack fest.

Partnercheck

Alle Menschen machen gelegentlich Fehler! Deshalb führt man vor dem Losklettern nochmal eine Selbstkontrolle und einen Partnercheck durch. Hierzu werden von beiden Kletterpartnern nochmal folgende Punkte überprüft:

Toprope sichern und klettern

Toprope vorbereiten

Beim Toprope-Klettern sollte der Kletterer nicht mehr als 1,5 mal soviel wie der Sicherer wiegen. Das Seil sollte vor dem Losklettern straffgezogen werden. Kletterer und Sicherer sollten bis zum Ablassen auf "Tuchfühlung" bleiben. Aufgrund der Seildehnung muß auf den ersten Metern besonders straff gesichert werden. Die Aufmerksamkeit des Sicherers bleibt auf den Kletterer gerichtet, bis dieser wieder am Boden ist!
Der Kletterer darf nicht schneller klettern, als der Sicherer das Seil einziehen kann. Um bei Stürzen nicht in Pendelgefahr zu geraten, darf nur unter der Umlenkung und nicht seitlich versetzt geklettert werden. Ist das Seil (z.B. bei überhängenden Routen) in Zwischensicherungen eingehängt, müssen diese vom Kletterer ausgehängt werden. Auch hier ist die Pendelgefahr zu beachten! Wenn die Umlenkung auf Augenhöhe ist, wird nicht weitergeklettert.

Umlenkung

Beim Toprope-Klettern muß auf eine "redundante" Umlenkung geachtet werden! Das bedeutet, die Umlenkung ist so ausgeführt, daß sie auch noch funktioniert, wenn eins ihrer Bauteile versagt.

Vorstieg sichern und klettern

Vorstieg spotten

Nach erfolgreich durchgeführtem Partnercheck stellt sich der Sicherer zum "Spotten" bereit. Der Kletterer klettert soweit, daß er die erste Exe aus sicherer Position clippen kann. Hierbei wird das Seil so in die Zwischensicherung eingehängt, daß es von der Wand durch den Karabiner zum Kletterer läuft.

Vorstieg Klettern und Sichern

Mit dem Clippen der ersten Exe geht der Sicherer vom "Spotten" zur "Seilsicherung" über. Um einen Zusammenprall bei einem Sturz zu vermeiden sollte der Standort des Sicherers dabei circa 1 Meter von der Wand entfernt und 1 Meter seitlich der Falllinie des Kletterers sein. Solange Bodensturzgefahr besteht sollte besonders auf den Kletterer geachtet werden, um bei einem Sturz schnell reagieren zu können. Außerdem sollte Schlappseil unbedingt vermieden werden. In diesem Bereich ist es besonders wichtig, daß der Kletterer aus einer sicheren Position clippt. Überstrecktes Clippen sollte außer bei der ersten Exe (wenn möglich) vermieden werden. In den meisten Hallen besteht bis zur ca. 3. oder 4. Exe Bodensturzgefahr!

Danach kann der Abstand zur Wand etwas vergrößert werden und der Kletterer kann bei einem Sturz "dynamisch" gesichert werden. Der Kletterer sollte ständig darauf achten, daß er das Seil so führt, daß er bei einem eventuellen Sturz nicht mit einem Bein hinter dem Seil hängenbleiben kann. Welch unschöne Verletzungen hierbei entstehen können kann sich bestimmt jeder selbst vorstellen!

Ausführliche Beschreibungen zu verschiedenen Clipptechniken sind noch in Arbeit...

Nachstieg sichern und klettern

Das Klettern und Sichern im Nachstieg funktioniert genauso, wie im Toprope, nur daß hierbei alle Zwischensicherungen bis auf die letzte ausgehängt werden müssen. Die letzte Zwischensicherung und die Umlenkung bleiben immer eingehängt! So ist sichergestellt, daß auch bei Versagen von einem der beiden Sicherungspunkte ein Sturz verhindert werden kann (Redundanz).

Die Seilkommandos "ZU" und "AB"

Bei Kommando "ZU" wird der Kletterer "auf Zug" genommen. Hierzu wird Seil eingenommen und bei Bedarf ein Schritt rückwärts gemacht. Jetzt kann der Kletterer die Wand loslassen und wird vom Sicherer gehalten.

Möchte der Kletterer abgelassen werden, lässt er, nachdem er vom Sicherer auf Zug genommen wurde, die Wand los und gibt das Kommando "AB" (Blickkontakt zum Sicherer). Erst jetzt beginnt der Sicherer den Kletterer abzulassen.

Ablassen

Ablassen

Nachdem der Sicherer das Kommando "AB" erhalten hat, lässt er den Partner langsam ab. Hierzu sollte er zunächst eine Position nahe der Wand einnehmen, damit er bei einem plötzlichen Anhalten des Seils nicht an die Wand gezogen wird. Danach geht er in "Schrittstellung" um den Seilzug abzufangen. In dieser Position lässt er das Bremsseil langsam durch beide Hände bzw. das Sicherungsgerät gleiten. Hierbei hat er darauf zu achten, daß der Kletterer nicht mit Personen am Boden oder anderen Hindernissen zusammenstößt.

Die acht "Kletterregeln"

Die wichtigsten Punkte hat der DAV (Deutscher Alpenverein) in acht "Kletterregeln" zusammengefasst:

  1. Seilende absichern
  2. Selbstkontrolle & Partnercheck
  3. Sicherungsgerät richtig bedienen
  4. Beim Sichern: die richtige Position einnehmen
  5. Auf Fühlung sichern, kein Schlappseil
  6. Beim Klettern: Clippen in stabiler Position, kein Schlappseil
  7. Doppelte Absicherung an der Umlenkung
  8. Kontrolliert ablassen
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